In der Interview-Reihe „Sieben Fragen zum Schreiben“ darf ich heute die wunderbare Joana Osman begrüßen. Sie befasst sich beruflich mit dem Schreiben – und zwar einerseits als Autorin und andererseits als Dozentin für Storytelling und (kreatives) Schreiben. Im August ist ihr Debütroman „Am Boden des Himmels“ im Atlantik Verlag (im Hause Hoffmann und Campe) erschienen. Auf der Seite des Verlages kannst du mehr über ihr Buch erfahren. Nähere Infos zu Joana und ihren Projekten findest du auf ihrer eigenen Seite Word-Spirit.

Liebe Joana, was ist deiner Meinung nach das Wichtigste an einem guten Text?

Das Wichtigste an einem guten (literarischen) Text ist für mich, dass er eine bestimmte Stimmung vermittelt, dass er einen in eine Welt entführt, die man als Leser bildlich vor sich hat. Die Atmosphäre, die Stimmung – das sind für mich sehr wichtige Kriterien, wenn ich Romane lese oder schreibe.

Hast du eine besondere Schreibroutine?

Ich versuche, mir auch in stressigen Zeiten genügend Zeit und Raum zum Schreiben zu geben. Ich schreibe gerne zuhause am Schreibtisch bei einer Tasse Tee, aber auch ebenso gern in meinem Lieblingscafé an einem ruhigen Vormittag. Ich stimme mich oft mit passender Musik auf das Schreiben ein, für jedes Schreibprojekt habe ich eine eigene Playlist mit Liedern, die zu dieser Geschichte passen. Dann bin ich schon in einer anderen Welt und kann mit dem Schreiben beginnen.

 

Was tust du gegen Schreibblockaden?

Ich spreche meist nicht von Blockaden. Eine handfeste Schreibblockade bedarf professioneller Unterstützung. Meistens kämpfen Schreibende mit Schreibhemmungen, der kleinen und harmlosen Schwester der Blockade. Eine Schreibhemmung ist meistens das Resultat von Unklarheit bezüglich des Schreibprojektes: Bei Romanen weiß man oft nicht, wie die Geschichte weiter geht, wer beruflich schreibt, steht oft vor dem Problem, dass wichtige Informationen fehlen, um das Projekt zu meistern. Oft fehlt es auch an einer Struktur oder man merkt, dass der rote Faden fehlt.

Mir hilft hierbei oft das Führen eines Schreibtagebuchs, in das ich vor dem eigentlichen Schreiben meine Gedanken, Gefühle und Probleme zu dem Projekt aufschreibe. Ansonsten kann ich auf bestimmte Techniken wie Clustering oder Mindmapping zurückgreifen, um mein Gehirn zu kreativen Lösungen anzuregen. Vor allem das Clustering nach Gabriele Rico kann ich sehr empfehlen.

Wie wichtig ist der der Austausch mit anderen, wenn es um dein Schreiben oder das Schreiben im Allgemeinen geht?

Mir persönlich wird dieser Austausch zunehmend unwichtig, jedenfalls wenn es um meine Romanprojekte an sich geht. Ich tausche mich gerne über das Schreiben selbst aus, aber ich habe zunehmend weniger das Bedürfnis nach Feedback meiner Texte. Da verlasse ich mich lieber voll und ganz auf meine Lektorin.

Was hält dich vom Schreiben ab? Was ist der größte Störfaktor?

Ich achte darauf, dass mich nichts vom Schreiben abhält, da das Schreiben nicht nur meine Leidenschaft, sondern auch mein Beruf ist. Gerade für das kreative Schreiben, das mir zwar nicht vollständig den Lebensunterhalt sichert, aber dennoch ein wesentlicher Teil meiner Persönlichkeit ist, plane ich trotz Berufs- und Alltagsstress mehrere Stunden pro Tag ein.

Was kann das Journaling für dich leisten und mit welcher Intention nutzt du es?

Für Romanprojekte benutze ich ein Schreibtagebuch, in das ich nicht nur Ideen und Gedanken per Hand aufschreibe, sondern in dem ich auch meine ganz persönliche Stimmung, eventuelle Schreibprobleme o.ä. aufschreibe. Mir hilft es, diese Gedanken aus dem Kopf zu haben, bevor ich mich an das eigentliche Schreiben setze.

Welche Tipps hast du für jemanden, der mit dem Journaling beginnen möchte?

Kauf dir ein preiswertes Heft und einen richtig guten Stift!

Liebe Joana, herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg mit deinem Roman!

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